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Unser Wahlprogramm

Das nachfolgende Wahlprogramm ist die detaillierte Ausarbeitung. Vereinfachte Versionen befinden sich gerade im Erstellprozess.

Wir als Kaufbeurer Initiative möchten mit diesem Wahlprogramm einen neuen Weg gehen – jenseits klassischer „Wünsch-dir-was“-Listen. Uns geht es nicht um Beliebigkeiten oder unverbindliche Versprechungen, sondern um ein klar strukturiertes, nachvollziehbares und realistisch umsetzbares Zukunftskonzept. Hierbei flossen auch Themen aus der Bevölkerung und unserer KandiatInnen ein.

Unser Anspruch ist es, ab 2026 gemeinsam mit den anderen Fraktionen, aber vor allem mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie der lokalen Wirtschaft, Schritt für Schritt eine moderne, lebenswerte und zukunftsfähige Heimatstadt zu gestalten. Das ist unser Buron 2.0.


Mit unserem Wahlprogramm möchten wir das Rad nicht neu erfinden, sondern uns an einem orientieren: Dem international anerkannten Smart City Wheel von Boyd Cohen verbunden mit dem Aufbau einer Geschäftsstrategie.

Dieses teilt sich in sechs Handlungfelder auf. Diese Handlungsfelder haben wir, angepasst auf unser Wahlprogramm für die Stadt Kaufbeuren, übertragen. Hierdurch möchten wir unsere, gezielt auf die Besonderheiten und Bedürfnisse Kaufbeurens ausgerichteten, Wahlkampfthemen kategorisieren. Diese Kategorisierung verbindet alle zentralen Bereiche einer modernen Stadt miteinander: Wirtschaft, Bevölkerung, Verwaltung, Mobilität, Umwelt und Lebensqualität.
So entsteht ein klar strukturiertes Konzept, das sowohl visionär als auch umsetzbar ist.


Unsere Planung gliedert sich in drei zeitliche Phasen, die bewusst gewählt wurden. Kaufbeuren befindet sich – wie viele Kommunen – weiterhin in einer wirtschaftlich herausfordernden Lage.
Phase 1 (2026 – 2030)  nutzt diese Situation als Chance für Konsolidierung, Neuausrichtung und Effizienzsteigerung in Verwaltung und Stadtentwicklung. Gleichzeitig legen wir hier die Grundlagen, auf denen die weiterführenden, zukunftsgerichteten Maßnahmen der Phasen 2 (2031 – 2035) und 3 (2036 – 2040) aufbauen. Während Phase 1  Stabilität, Modernisierung und Struktur schafft, entfalten die späteren Phasen die volle Innovationskraft unseres Programms.

Nachfolgend die ausführlichen Themen (zum aus klappen)

Innovative Wirtschaft

Unsere Vision als Kaufbeurer Initiative ist ein wirtschaftlich starkes, modernes und attraktives Kaufbeuren, das seine besonderen Stärken nutzt und zugleich mutig neue Wege geht. Dazu gehört eine Innenstadt, die nicht nur Ort des Einkaufens, sondern vor allem ein lebendiger sozialer Treffpunkt / Begegnungsort ist. Tourismus, Kultur, Gastronomie und Handel sollen gemeinsam eine Atmosphäre schaffen, die Menschen gerne aufsuchen. Wir wollen Kaufbeuren zu einer Stadt entwickeln, die regional und überregional sichtbar ist und zugleich ihre Identität wahrt. Dabei richten wir den Blick bewusst nach vorne – auf Innovation, Zusammenarbeit und digitale Chancen.

Phase 1 (2026 – 2030)  

Stadtmarke Kaufbeuren weiterentwickeln

Eine starke Stadtmarke ist weit mehr als ein Logo: Sie ist das emotionale und kommunikative Fundament einer Stadt. Sie gibt Antwort auf die Frage „Wofür steht Kaufbeuren?“ und macht die Stadt für Außenstehende sofort erkennbar. In Zeiten, in denen Städte um Fachkräfte, Touristen, Unternehmen und Fördermittel konkurrieren, ist eine klare Marke ein entscheidender Vorteil. Sie sorgt dafür, dass Kaufbeuren nicht nur wahrgenommen wird, sondern auch positiv im Gedächtnis bleibt. Zugleich stärkt eine starke Stadtmarke das Selbstbewusstsein der Einwohner und schafft ein gemeinsames Identitätsgefühl.

Umsetzungsmöglichkeiten:

  • Professionelle Markenentwicklung mit ExpertInnen und einem Bürgerbeteiligungsprozess
  • Einheitliche visuelle Identität für Verwaltung, Tourismus, Wirtschaft und Veranstaltungen
  • Klare Kernbotschaften („Warum Kaufbeuren?“) für Fachkräfte, Familien, Touristen und Unternehmen
  • Gezielte regionale und überregionale Marketingkampagnen
  • Einbindung lokaler Geschichte und Charakteristika (z. B. historische Altstadt, Kultur, Vereinsleben)

Buron City Card

Die Buron City Card ist ein modernes Bonus- und Vorteilssystem, das gezielt Kaufkraft in der Stadt hält. Es belohnt Menschen dafür, wenn sie in Kaufbeuren einkaufen, essen gehen oder kulturelle Angebote nutzen. Gleichzeitig stärkt es lokale Geschäfte, Restaurants und Veranstalter, die durch mehr Kundschaft und mehr Sichtbarkeit profitieren. Die Karte ist bewusst leicht nutzbar gestaltet, damit Bürgerinnen, Bürger und Besucher sie ohne technischen Aufwand nutzen können. Sie ist zudem eine Grundlage, um später zusätzliche digitale Angebote (z. B. Mobilität, Tourismusinformationen) anzubinden.

Vorteile für Stadt und Bevölkerung:

  • Mehr Umsatz für lokale Betriebe statt Abwanderung zum Onlinehandel
  • Attraktive Rabatte und Bonussysteme für BürgerInnen und Besucher
  • Belebung der Innenstadt und Förderung sozialer Begegnungen
  • Messbare Daten zur Innenstadtentwicklung (anonymisiert)
  • Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz der Stadt

Vorteile für Betriebe:

  • Mehr Kundschaft durch ein attraktives Vorteilssystem
  • Marketingeffekte durch Teilnahme am Netzwerk
  • Fokus auf Kaufbeuren & Neugablonz als Einkaufsmöglichkeit

Umsetzung – zweistufiges Modell

  • Stufe 1: einfach nutzbare analoge oder hybride Karte für den schnellen Start
  • Stufe 2: digitale Erweiterung (Integration in Stadt-App oder Tourismusangebote)
  • Kooperation mit Handel, Gastronomie, Kultur und Vereinen
  • Gezielte Kampagne zur Einführung, um möglichst hohe Nutzung zu erreichen

Digitales Tourismuskonzept

Ein digitales Tourismuskonzept ist essenziell, weil Reisende heute fast ausschließlich online planen. Wenn Kaufbeuren in Suchmaschinen, sozialen Medien und Reiseportalen nicht optimal sichtbar ist, wird die Stadt schlicht übersehen – obwohl täglich tausende TouristInnen z. B. auf dem Weg nach Neuschwanstein direkt an Kaufbeuren vorbeifahren. Mit professionellen digitalen Auftritten wie z. B. über Soziale Medien (besonders Instagram & TikTok) aber auch einem touristisch ansprechendem Online-Portal holen wir diese Menschen in unsere Stadt, erhöhen Übernachtungen, steigern Umsätze in Gastronomie und Handel und stärken das kulturelle Profil der Stadt. Ein modernes Tourismuskonzept zeigt nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern vermittelt Atmosphäre, Geschichten und Erlebnisse – also das, was Menschen emotional anspricht.

Vorteile:

  • Mehr Übernachtungen, Gastronomiebesuche und höhere Innenstadtfrequenz
  • Stärkung der Altstadt durch mehr Besucherströme
  • Imagegewinn für Kaufbeuren als Kultur- und Freizeitstadt

Konkrete Maßnahmen:

  • Komplette Modernisierung der touristischen Website (Design, Struktur, Inhalte, Mehrsprachigkeit)
  • Professionelle Foto- und Videoinhalte, die Lust auf einen Besuch machen (Storytelling, Reels, kurze Clips)
  • Starke Präsenz auf Social-Media-Plattformen, die Zielgruppen bestmöglich erreichen
  • Digitale Stadtführungen, Audiotouren, Onlinebuchungen für Führungen und Veranstaltungen (teilweise bereits vorhanden)
  • Partnerschaften mit regionalen Tourismusportalen und Reiseplattformen (z. B. Bayern Tourismus)

Warum es sich lohnt:

  • Zusätzliche Besucher stärken die lokale Wirtschaft
  • Innenstadt gewinnt an Frequenz und Attraktivität
  • Tourismus wird planbarer, messbarer und steuerbarer
  • Kaufbeuren wird regional und international sichtbarer.
  • Es entsteht ein modernes, zukunftsorientiertes Stadtimage.

Phase 2 (2031 – 2035)

Altstadtstrategie 2035

Die erweiterte Altstadtstrategie 2035 verfolgt das Ziel, das bestehende Handlungsprogramm Altstadt 2030 von einem losen Handlungsprogramm in eine feste Strategie weiterzuentwickeln. Hierbei steht die Innenstadt besonders als Sozialraum im Vordergrund. Wir gehen davon aus, dass der klassische Einzelhandel sich aufgrund des Onlinehandels nicht mehr spürbar erholen wird – daher setzen wir bewusst auf Aufenthaltsqualität statt nur auf „Einkaufsstadt“. Das bedeutet: mehr Plätze zum Sitzen, mehr Grün, mehr schattige und wettergeschützte Orte, schön gestaltete Straßenräume und regelmäßig stattfindende Veranstaltungen, die Menschen bewusst in die Altstadt ziehen. Gastro, Kultur und Veranstaltungen werden so kombiniert, dass ein „Sog-Effekt“ entsteht: Menschen kommen wegen der Atmosphäre, nicht nur wegen eines bestimmten Ladens. In der Strategie werden nicht nur Maßnahmen gelistet, sondern verbindliche Prioritäten, Zeitpläne, Zuständigkeiten und Kennzahlen festgelegt, sodass jedes Jahr überprüfbar ist, was erreicht wurde.

Phase 3 (2036 – 2040)

Innovationsstadt

Mit „Regional- & Innovationsstadt“ meinen wir, dass Kaufbeuren nicht im eigenen Saft schmort, sondern sich als aktiver Knotenpunkt in der Region positioniert. Das heißt, wir suchen bewusst die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen, dem Landkreis, der Allgäu GmbH, Hochschulen sowie Unternehmen und Verbänden. In weiterentwickelten Innovationsnetzwerken können neue Ideen zu Energie, Tourismus, Digitalisierung, Handwerk oder Mobilität entstehen, die eine einzelne Stadt allein nie stemmen könnte. Solche Netzwerke bringen oft auch Fördermittel, Pilotprojekte und Aufmerksamkeit mit sich, weil sie überregionale Relevanz haben. Auch als Teil der Metropolregion München zeigt man, dass man sich im Start-Up- und Innovationskosmos der Stadt München befindet, nur mit höherer Lebensqualität. Ziel ist, dass Kaufbeuren als Ort wahrgenommen wird, an dem Neues ausprobiert wird und an dem man gute Rahmenbedingungen für Projekte und Gründungen findet – nicht nur als Verwaltungseinheit auf der Landkarte.

Regionales Energie- & Wärmekonzept

Das regionale Energie- und Wärmekonzept verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Gemeinsam mit Umlandkommunen und Energieversorgern sollen Wärmenetze und erneuerbare Erzeugungsanlagen aufgebaut werden, damit möglichst viel Wertschöpfung in der Region bleibt. Anstatt Energie überwiegend von außen zuzukaufen, investiert die Region in eigene Infrastruktur, etwa in Form von Nahwärmenetzen, Photovoltaik, Biomasse oder Abwärmenutzung. Dadurch entstehen Aufträge für lokale Unternehmen, neue Geschäftsmodelle und langfristig stabilere Energiepreise. Gleichzeitig leistet Kaufbeuren so einen sichtbaren Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung kommunaler Klimaziele.

Vorteile:

  • Langfristig besser kalkulierbare Energiepreise für Haushalte und Unternehmen
  • Regionale Wertschöpfung statt Abfluss von Geldern an externe Energieanbieter
  • Neue Aufträge und Arbeitsplätze in Handwerk, Planung und Energiewirtschaft
  • Stärkung des Profils als nachhaltiger und zukunftsorientierter Standort
  • Beitrag zur Versorgungssicherheit in Krisenzeiten

Notwendige Maßnahmen:

  • Konsequente Nutzung von Förderprogrammen von Bund, Land und EU.
  • Erarbeitung eines regionalen Energie- und Wärmekonzepts mit Partnerkommunen und Stadtwerken.
  • Identifikation geeigneter Gebiete für Wärmenetze und lokale Erzeugungsanlagen.
  • Entwicklung tragfähiger Betreibermodelle (Stadtwerke, Genossenschaften, Kooperationen).
  • Einbindung der BürgerInnen durch Informations- und Beteiligungsformate.

Kompetente Bevölkerung

Kaufbeuren wird zu einer Stadt, in der Menschen aller Generationen die besten Voraussetzungen haben, sich zu entfalten, Neues zu lernen und Verantwortung zu übernehmen. Wir schaffen ein Umfeld, in dem Bildung, Kultur, Ehrenamt und soziale Unterstützung selbstverständlich zusammenwirken. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll Chancen auf Teilhabe, Entwicklung und Mitgestaltung haben – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialer Lage. Unsere Vision ist eine Stadt, in der Gemeinschaft, Wissen, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung den Alltag prägen. Kaufbeuren soll ein Ort sein, an dem Kompetenzen wachsen und Menschen gemeinsam stark werden.

Phase 1 (2026 – 2030)

Bürgergenossenschaft

Die Bürgergenossenschaft ist ein Instrument, mit welchem sich Bürgerinnen, Bürger und lokale Unternehmen direkt an der Entwicklung ihrer Stadt finanziell und inhaltlich beteiligen können. Hierbei können Menschen in Kaufbeuren ihr Geld in Vorhaben stecken, die sie in ihrer eigenen Stadt sehen und erleben. Die Genossenschaft bündelt Kapital für soziale, ökologische oder wirtschaftlich sinnvolle Projekte – etwa Energieanlagen, Sanierungen, Quartierszentren oder kulturelle Einrichtungen. Ziel ist nicht maximale Rendite, sondern ein gesellschaftliches Investment mit angemessener Verzinsung und hohem ideellem Mehrwert. So entsteht das Gefühl, dass Kaufbeuren den Menschen gehört, die hier leben, und nicht nur anonymen Investoren.

Vorteile:

  • Neue Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte, die den kommunalen Haushalt entlasten
  • Stärkere Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Stadt und ihren Projekten.
  • Beteiligung von BürgerInnen und Unternehmen an Energie-, Wohn- oder Infrastrukturprojekten.
  • Demokratische Mitbestimmung durch Genossenschaftsstrukturen.
  • Signalwirkung nach außen als innovative, gemeinschaftliche Stadt.

Ehrenamtsplattform

Eine weiterentwickelte, moderne Ehrenamtsplattform über dem bestehenden Angebot ist als digitale „Drehscheibe“ gedacht, die Menschen, die etwas tun wollen, und Organisationen, die Hilfe brauchen, möglichst einfach zusammenbringt. Heute hängt Engagement oft davon ab, ob man „jemanden kennt“ oder zufällig von einem Verein hört – das ist weder zeitgemäß noch effizient. Über die Plattform können Vereine, Initiativen, soziale Träger und Projekte ihre Angebote einstellen und genau beschreiben, welche Aufgaben es gibt, wie viel Zeit benötigt wird und welche Fähigkeiten benötigt werden. Bürgerinnen und Bürger können nach Interessen, Themen, Stadtteilen oder verfügbarem Zeitbudget filtern und so passende Engagementmöglichkeiten finden, ohne sich durch viele Webseiten klicken zu müssen. Langfristig kann die Plattform auch Infos zu Qualifizierungen, Fortbildungen im Ehrenamt und Anerkennungsformaten (z. B. Ehrenamtsabende, Zertifikate) bündeln und so das Ehrenamt insgesamt sichtbarer und attraktiver machen.

  • Zentrale digitale Anlaufstelle für Engagement
  • Vereine können effizienter kommunizieren
  • Bürger finden passende Angebote schnell

Umsetzung: stadtnah betrieben, modular erweiterbar, barrierefrei.

Weiterer Ausbau der Kinderbetreuung

Der weitere Ausbau der Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Familien ihren Alltag verlässlich und stressfrei organisieren können. Wenn Betreuungsplätze fehlen oder die Öffnungszeiten nicht zu den Arbeitszeiten passen, geraten vor allem berufstätige Eltern in schwierige Situationen. Kaufbeuren soll ein Ort sein, an dem junge Familien gute Rahmenbedingungen vorfinden: ausreichend Plätze in Krippen, Kitas und Horten sowie flexible Modelle, die Schichtarbeit, Teilzeit oder atypische Arbeitszeiten berücksichtigen. Hochwertige Kinderbetreuung bedeutet außerdem frühkindliche Bildung, Sprachförderung und soziale Integration – und ist damit eine langfristige Investition in die Zukunft der Kinder und der Stadt. Sie stärkt nicht nur Familien, sondern auch die lokale Wirtschaft, weil Eltern zuverlässiger arbeiten können.

Vorteile:

  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Attraktivität der Stadt für junge Familien und Fachkräfte steigt
  • Gestärkte frühkindliche Bildung und Sprachförderung
  • Mehr Chancengleichheit für Kinder unterschiedlicher sozialer Hintergründe
  • Bessere Planbarkeit für Arbeitgeber

Phase 2 (2031 – 2035)

Nachbarschaftsnetzwerke

Die digitalen Nachbarschaftsnetzwerke sind ein Modul der Ehrenamtsplattform, fokussieren sich aber stärker auf den Alltag im direkten Wohnumfeld. Hier geht es weniger um „formelle“ Vereinsarbeit, sondern um spontane Hilfe und soziale Nähe: Wer kann beim Einkauf helfen, wenn jemand krank ist? Wer leiht eine Leiter oder Werkzeug? Wer möchte ein Nachbarschaftsfest organisieren? Statt Zettel im Treppenhaus bieten wir einen geschützten digitalen Rahmen, in dem sich NachbarInnen vernetzen können. Das stärkt gerade dort, wo viele Menschen anonym nebeneinander leben, das Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft. Gleichzeitig kann die Stadt über diese Kanäle Informationen in die Quartiere bringen und Rückmeldungen einsammeln, zum Beispiel zu Verkehr, Sauberkeit oder Spielplätzen.

Moderne Verwaltung

Kaufbeuren entwickelt sich zu einer Verwaltung, die so digital, transparent und bürgernah arbeitet, wie es einer moderne Stadt gerecht wird. Statt komplizierter Abläufe und langer Wege setzen wir als Kaufbeurer Initiative auf klare Prozesse, schnelle Entscheidungen und einfache, digitale Zugänge. Die Verwaltung wird zum verlässlichen Partner der Bürgerinnen und Bürger – effizient, verständlich und lösungsorientiert. Gleichzeitig fördern wir eine Kultur der Offenheit, in der Daten, Beteiligung und Dialog selbstverständlich sind. Unser Ziel ist eine smarte Verwaltung, die den Menschen Zeit schenkt und die Stadtentwicklung aktiv voranbringt.

Phase 1 (2026 – 2030)

Bürokratieabbau und Verwaltungsmodernisierung

Verwaltungsmodernisierung durch Digitalisierung heißt nicht, dass man einfach ein analoges Formular in ein beschreibbares, digitales Dokument umwandelt. Es bedeutet, sich die komplette Prozesskette anzuschauen, Abläufe verständlicher, schlanker und nachvollziehbarer zu machen – nicht, Regeln zu streichen. Viele Prozesse sind historisch gewachsen, intransparent und unnötig kompliziert. Wenn Abläufe nicht einheitlich dokumentiert sind, entstehen Wartezeiten, Fehler und Frust bei BürgerInnen und Mitarbeitenden. Durch klar strukturierte, dokumentierte Standardprozesse werden Arbeitswege verkürzt, Verantwortlichkeiten klarer und die Verwaltung effizienter. Hierdurch soll künftig sichergestellt werden, dass alle Rädchen deutlich besser ineinandergreifen und auch den Einsatz von benötigtem Personal effizienter gestalten lässt. Hierbei gibt es in der Wirtschaft bewährte Methoden, auf die man setzen kann. Das ist die Grundlage für Digitalisierung und modernere Dienstleistungen.

Vorteile:

  • Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte (z. B. weiterentwickelter Einsatz von künstlicher Intelligenz)
  • Effizientere Verwaltung
  • Schnellere Bearbeitungszeiten
  • Weniger Bürokratie für BürgerInnen, Unternehmen & Verwaltung
  • Mehr Transparenz und Planbarkeit durch klar definierte Abläufe
  • Modernes, bürger- und unternehmensfreundliches Verwaltungsimage

Digitale Beteiligungsplattform

Die digitale Beteiligungsplattform ist das Werkzeug, mit dem BürgerInnen unkompliziert an politischen Diskussionen teilnehmen können, ohne jedes Mal persönlich zu einer Veranstaltung kommen zu müssen. Über die Plattform können z. B. Umfragen zu konkreten Projekten (Spielplatzumgestaltung, Verkehrsversuche, Kulturangebote) durchgeführt werden, BürgerInnen können Kommentare abgeben und Alternativvorschläge einreichen. Wichtig ist, dass die Plattform nicht nur „Meinungen einsammelt“, sondern auch transparent macht, was mit den Rückmeldungen passiert – also welche Ideen übernommen, verworfen oder weiter geprüft wurden. So entsteht Vertrauen, dass Beteiligung ernst genommen wird und nicht nur eine Alibi-Maßnahme ist. Mittelfristig kann die Plattform auch spezielle Formate für Jugendliche, Stadtteile oder bestimmte Zielgruppen enthalten, damit nicht immer die gleichen wenigen Leute das Wort haben. Die Digitale Beteiligungsplattform soll Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen nicht ersetzen, sondern ergänzen und den Austausch fördern.

Open Data

Open Data heißt, dass die Stadt nicht-geheime Daten in strukturierter Form öffentlich zur Verfügung stellt, sodass sie von BürgerInnen, Medien, Wissenschaft und Unternehmen genutzt werden können. Das müssen keine vertraulichen Informationen sein, sondern eher Daten wie: Haushaltszahlen, Verkehrszählungen, Umweltmessungen, Statistiken zur Stadtentwicklung, anonymisierte Bevölkerungsdaten. Wenn diese Daten offen und gut dokumentiert zur Verfügung stehen, können zum Beispiel Start-ups oder Hochschulen darauf aufbauend Apps, Visualisierungen oder Studien erstellen. Auch Bürgerinitiativen und Medien können Entwicklungen besser nachvollziehen und kritisch begleiten. Wichtig ist, dass die Daten regelmäßig aktualisiert (idealerweise als permanenten Austausch mit internen Systemen), in maschinenlesbaren Formaten bereitgestellt und über ein Portal (wie z. B. bydata.de) auffindbar sind – und dass gleichzeitig Datenschutz und Persönlichkeitsrechte strikt gewahrt bleiben.

Vorteile

  • Förderung von Innovationen
  • Erleichterung von Unternehmensansiedlungen
  • Erhöhung der Transparenz

Phase 2 (2031 – 2035)

Zusammenführung kommunaler Apps

Kaufbeuren hat eine gewachsene „App-Landschaft“: eine App für Abfall, eine für Mängelmelder, eine für den Tourismus (Tabrace), eine für News & Termine (Buron App), usw.. Hier hat man schnelle und einfache, teils geförderte Lösungen implementiert, was zu einer heterogenen Landschaft führte. Für BürgerInnen ist das unübersichtlich, und für die Verwaltung bedeutet es Mehrfachaufwand bei Technik, Pflege und Kommunikation. Die Zusammenführung städtischer Apps bedeutet, dass wir eine zentrale, nutzerfreundliche Stadt-App oder Plattform schaffen, in der alle wichtigen Funktionen gebündelt sind. Für BürgerInnen ist das komfortabel: Einmal einloggen (sofern für den Dienst notwendig), alle Informationen an einem Ort finden, nicht viele verschiedene Anwendungen kennen müssen. Für die Stadt ermöglicht es Synergien bei Betrieb und Weiterentwicklung und erleichtert die Integration zukünftiger Funktionen anderer kommunaler Services.

Smart City Dashboard & Digitaler Zwilling

Das Smart City Dashboard ist eine Art „Cockpit“, in dem wichtige Kennzahlen und Daten der Stadtentwicklung visualisiert und für alle einsehbar gemacht werden. Das können z. B. Daten zu Verkehr (Auslastung bestimmter Straßen), zu Umweltthemen (Feinstaub, Lärm, Temperatur), zur Nutzung von Parkplätzen, zu Fortschritten bei Projekten oder zur Haushaltslage sein. Der Vorteil eines Dashboards ist, dass man auf einen Blick erkennt, wo Handlungsbedarf besteht oder wo Maßnahmen bereits wirken. Wenn Unternehmen und Investoren Teile dieser Daten ebenfalls nutzen können, erleichtert das Standortentscheidungen und Projektplanung. Wichtig ist, dass das Dashboard verständlich gestaltet ist und nicht nur aus Fachgrafiken besteht, die nur ExpertInnen lesen können.

Auf diesen Daten kann ein digitaler Zwilling aufgebaut werden. Ein digitaler Zwilling ist ein virtuelles Abbild der Stadt, in dem Gebäude, Straßen, Leitungen und andere Infrastrukturen digital modelliert sind. Das ermöglicht es, Planungen und Szenarien am Computer durchzuspielen, bevor man sie in der Realität umsetzt – etwa neue Verkehrsführungen, Bauprojekte oder die Erweiterung von Wärmenetzen. So kann man schon vorab erkennen, wo Probleme entstehen könnten und Planungen entsprechend anpassen. Das spart langfristig Geld, reduziert Fehlplanungen und ermöglicht eine sehr viel genauere Abstimmung zwischen verschiedenen Fachbereichen (Verkehr, Energie, Stadtplanung, Umwelt). Für BürgerInnen können mit einem digitalen Zwilling Planungen auch leichter nachvollziehbar gemacht werden, zum Beispiel durch 3D-Visualisierungen im Rahmen von Bürgerbeteiligungen.

Vorteile

  • Echtzeitdaten zu Verkehr, Umwelt, Haushaltsmitteln
  • Simulationswerkzeug für Bau, Verkehr, Energieplanung
  • Deutlich vereinfachtere Planungen
  • Deutlich vereinfachtere Erstellung von Gutachten
Nachhaltige Mobilität

Kaufbeuren wird zu einer Stadt, in der Mobilität einfach, sicher und klimafreundlich funktioniert – für alle. Wir schaffen ein modern vernetztes Mobilitätssystem, das Bus, Fahrrad, Auto, Zufußgehen und digitale Dienste intelligent miteinander verbindet. Unsere Innenstadt soll ruhiger, sauberer und lebenswerter werden, während gleichzeitig die Erreichbarkeit der Stadt und ihrer Ortsteile verbessert wird. Mobilität bedeutet für uns: weniger Stress, weniger Verkehr, weniger Emissionen – aber mehr Freiheit, Komfort und Lebensqualität. Kaufbeuren wird zu einer Stadt, in der Bewegung Freude macht und Zukunft möglich wird.

Phase 1 (2026 – 2030)

Konzept zur Weiterentwicklung des ÖPNV

Ein moderner ÖPNV ist entscheidend dafür, wie gut Menschen ihren Alltag bewältigen können – ob beim Weg zur Arbeit, zur Schule oder in die Innenstadt. Mit dem geplanten Beitritt zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) erhält Kaufbeuren die Chance, sein Nahverkehrssystem grundlegend zu verbessern. Die Integration in den MVV bedeutet nicht nur einheitliche Tarife, sondern auch bessere Verbindungen, klare Linienführungen und eine professionellere Organisation des gesamten Nahverkehrs.

Ziel ist ein intelligentes Verkehrssystem, das zuverlässig funktioniert und den Menschen echte Alternativen zum Auto bietet. Dazu gehören pünktliche Busse, verständliche Fahrpläne, digitale Tickets und Echtzeitinformationen, aber auch neue Mobilitätsformen wie On-Demand-Shuttles oder Taktverdichtungen in stark genutzten Bereichen. Durch den MVV-Beitritt kann Kaufbeuren auf bestehende Strukturen aufbauen und sie an die Bedürfnisse der Stadt anpassen.

Ein leistungsfähiger ÖPNV entlastet die Straßen, reduziert Lärm und Emissionen und verbessert die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Gleichzeitig stärkt er den Tourismus und die lokale Wirtschaft, weil Kaufbeuren besser erreichbar wird. In Verbindung mit Radverkehr, Carsharing und einer digitalen Mobilitätsplattform entsteht ein vernetztes Gesamtsystem, das die Mobilität in Kaufbeuren einfacher, nachhaltiger und zukunftsfähiger macht.

Vorteile:

  • Deutlich bessere Mobilität für Pendler und Menschen ohne Auto — Erhöhung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe
  • Weniger Autoverkehr → weniger Stau, weniger Parkdruck, bessere Luftqualität und weniger Lärm
  • Stärkung der Innenstadt und des Wirtschaftsstandorts durch bessere Erreichbarkeit — attraktiv für Berufstätige, Touristen und Unternehmen
  • Klimaschutz & Nachhaltigkeit: öffentlicher Verkehr statt Auto, verbunden mit erneuerbaren Verkehrs- und Energieangeboten
  • Zukunftsfähigkeit: durch Integration in den MVV Teil einer großen, stabilen Verbundstruktur — langfristige Perspektive für Mobilitätsentwicklung

Die Umsetzung hierzu erfolgt je nach Umfang in Phase 2 oder 3.

Phase 2 (2031 – 2035)

Barrierearme Wege

Barrierearme Wege sorgen dafür, dass sich Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder eingeschränktem Sehvermögen möglichst selbständig und sicher in der Innenstadt bewegen können. Abgesenkte Bordsteine an Kreuzungen und Überwegen reduzieren Stolper- und Sturzgefahr und erleichtern das Überqueren von Straßen. Visuelle und taktile Leitsysteme helfen sehbehinderten Menschen bei der Orientierung, sodass sie nicht auf ständige Begleitung angewiesen sind. Für ältere Menschen, Familien mit Kindern und auch TouristInnen bedeutet das insgesamt mehr Sicherheit und Komfort. Eine barrierearme Infrastruktur ist damit nicht nur „nett zu haben“, sondern Ausdruck von Respekt und Teilhabe – und sie wird angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger.

Vorteile:

  • Mehr Sicherheit für Sehbehinderte, Senioren und Familien
  • Bessere Orientierung & selbstständige Mobilität

Mobilitätsplattform

Die vernetzte Mobilitätsplattform bringt alle Infos rund um Mobilität in Kaufbeuren in einer App oder Web-Anwendung zusammen: Busverbindungen, Parkmöglichkeiten, Carsharing, Fahrradabstellplätze, ggf. E-Ladepunkte. Statt sich durch verschiedene Webseiten oder Apps klicken zu müssen, sehen NutzerInnen auf einen Blick, wie sie von A nach B kommen – und welche Kombinationen sinnvoll sind (z. B. Auto + Bus, Fahrrad + Bahn). Das erleichtert nicht nur den Alltag von BerufspendlerInnen und EinwohnerInnen, sondern ist auch für Gäste wichtig, die sich in der Stadt nicht auskennen. Gleichzeitig kann die Stadt über die Plattform bestimmte Verhaltensweisen fördern, etwa mehr Nutzung von ÖPNV oder Park-and-Ride. Langfristig kann die Plattform mit der Buron-App und dem Smart City Dashboard gekoppelt werden, sodass Daten und Services sinnvoll ineinandergreifen.

Vorteile:

  • Alle Verkehrsmittel in einer App
  • Touristenfreundliche Navigation durch die Stadt
Umweltbewusste Stadtentwicklung

Kaufbeuren gestaltet seine Zukunft im Einklang mit Natur, Energieeffizienz und verantwortungsvollem Ressourceneinsatz. Wir entwickeln die Stadt so weiter, dass sich Lebensqualität, Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke gegenseitig ergänzen. Durch innovative Energiekonzepte, bewusste Flächennutzung und intelligente Stadtplanung entstehen lebenswerte Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität. Unsere Vision ist eine Stadt, die auf Klimawandel, Energiewende und gesellschaftliche Veränderungen nicht nur reagiert, sondern sie aktiv und mutig mitgestaltet. Kaufbeuren wird als nachhaltige, resiliente und vorausschauende Stadt ein Vorbild für die Region.

Phase 1 (2026 – 2030)

Keine Punkte

Phase 2 (2031 – 2035)

Energie & Wärme

Das Energie- & Wärmekonzept, das in früheren Phasen geplant wurde, wird in dieser Phase Schritt für Schritt umgesetzt. Dabei geht es vor allem um den Ausbau von Nahwärmenetzen, die mit erneuerbaren Energien oder effizienter Technik betrieben werden. Solche Netze helfen, Gebäude klimafreundlicher und langfristig kostensicherer zu beheizen als mit lauter einzelnen Öl- oder Gasheizungen. Durch Kooperationen mit Stadtwerken, Genossenschaften, Wohnungsunternehmen und privaten Investoren können Projekte entstehen, die eine Kommune allein finanziell kaum schultern kann. Wichtig ist, dass die Stadt dabei eine steuernde Rolle behält, damit soziale Aspekte (z. B. bezahlbare Wärme) nicht unter die Räder kommen. Gleichzeitig leisten wir damit einen großen Beitrag zur lokalen Energiewende und zum Klimaschutz.

Vorteile:

  • Kommunale Wärmenetze stabilisieren Preise.
  • Regionale erneuerbare Energie reduziert Abhängigkeiten.

Phase 3 (2036 – 2040)

Energieautarkie & Kreislaufwirtschaft

Mit Energieautarkie ist nicht gemeint, dass Kaufbeuren sich komplett vom Stromnetz abkoppelt, sondern dass wir einen möglichst hohen Anteil unseres Energiebedarfs aus eigenen, erneuerbaren Quellen decken. Je mehr Energie vor Ort erzeugt wird, desto unabhängiger sind wir von globalen Krisen, Preisexplosionen und politischen Konflikten. Parallel dazu bauen wir eine Kreislaufwirtschaft auf, in der Produkte, Materialien und Ressourcen so lange wie möglich genutzt und wiederverwendet werden. Das kann über Reparaturangebote, Sharing-Konzepte, Recycling von Baustoffen und die Förderung von Upcycling-Projekten geschehen. Für BürgerInnen bedeutet das nicht Verzicht, sondern oft auch Kosteneinsparungen (z. B. durch Reparatur statt Neukauf) und ein bewussteres Konsummodell. Für die Stadt sinken langfristig Entsorgungs- und Beschaffungskosten.

Lebenswerte Stadt

Kaufbeuren soll eine Stadt sein, in der sich alle Menschen zuhause fühlen – weil eine inklusive Gemeinschaft spürbar ist, weil Kultur und Freizeitangebote lebendig sind und weil öffentliche Räume zum Verweilen, Entdecken und Mitmachen einladen. Wir wollen Orte schaffen, an denen Begegnung, Kreativität und Zusammenhalt wachsen. Gleichzeitig stärken wir Vereine, Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, damit jede Generation ihren Platz findet. Eine lebenswerte Stadt bedeutet für uns: Räume voller Leben, Angebote für alle Menschen und ein soziales Miteinander, das Kaufbeuren herzlich, offen und attraktiv macht. Unsere Vision ist eine Stadt, die Menschen inspiriert und verbindet.

Phase 1 (2026 – 2030)

Verkehrsberuhigte Innenstadt

Eine verkehrsberuhigte Innenstadt heißt nicht, dass niemand mehr mit dem Auto kommen darf, sondern dass der Durchgangsverkehr reduziert und Aufenthaltsqualität priorisiert wird. Das wird durch Zufahrtsregelungen, Poller, Einbahnstraßenregelungen oder zeitlich begrenzte Zufahrten erreicht. Deutlich weniger Autos, die einfach nur „durch“ wollen, machen die Innenstadt leiser, sicherer und freundlicher – besonders für Kinder, SeniorInnen und Menschen zu Fuß oder mit dem Rad. Dadurch entsteht mehr Raum für Außengastronomie, Bänke, Grün und kulturelle Nutzung. Viele europäische Städte haben gezeigt, dass sich die lokale Wirtschaft langfristig positiv entwickelt, wenn Menschen sich gerne in der Innenstadt aufhalten und nicht nur zum schnellen Einkauf mit dem Auto vorfahren.

Vorteile:

  • Mehr Aufenthaltsqualität, weniger Durchgangsverkehr
  • Mehr Konsum, mehr Begegnung
  • Einzelhandel profitiert durch Belebung

Phase 2 (2031 – 2035)

Servicestelle Verein

Die „Servicestelle Verein“ soll den vielen Ehrenamtlichen und Vereinsvorständen in Kaufbeuren die Arbeit erleichtern und somit fördern. Viele Vereine verbringen heute einen Großteil ihrer Energie mit Verwaltung, Formularen, Fristen und Formalitäten statt mit ihrer eigentlichen Aufgabe – Angebote für Menschen zu machen. Die Servicestelle kann Aufgaben wie Passwesen, Förderantragsberatung, Fristenkontrolle oder standardisierte Dokumente übernehmen und so den Ehrenamtlichen den Rücken freihalten. Finanziert wird das durch eine Mischung aus städtischer Unterstützung, Sponsoren und moderaten Gebühren, sodass das Modell tragfähig ist, ohne die Vereine zu überfordern. Langfristig stärkt das das Vereinsleben, weil mehr Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wenn sie wissen, dass sie nicht im Papierkram untergehen.

Vorteile:

  • Entlastet Vereine von Bürokratie
  • Fördert Engagement & Sportangebote

Phase 3 (2036 – 2040)

Bürgerhaushalt

Der Bürgerhaushalt gibt den EinwohnerInnen eine direkte Stimme darüber, was mit einem klar definierten Teil des städtischen Budgets passiert. Wichtig ist uns dabei, den Verwaltungsaufwand im Rahmen zu halten: Deshalb schlägt die Stadt eine Liste von realistisch umsetzbaren Projekten vor, anstatt ungefiltert tausende Vorschläge einzusammeln. Die BürgerInnen können dann – z. B. digital oder in Stadtteilversammlungen – darüber abstimmen, welche Projekte prioritär umgesetzt werden sollen. Dadurch wird Politik greifbarer: Man sieht, dass eigene Entscheidungen tatsächlich zu sichtbaren Veränderungen im Stadtbild führen. Gleichzeitig lernt die Verwaltung, welche Themen den Menschen wirklich wichtig sind, und kann das in ihre Planung einfließen lassen.

Vorteile:

  • Direkte Bürgerbeteiligung
  • Kleine Projekte mit großer Wirkung
  • Höhere Akzeptanz in der Bevölkerung und weniger Politikverdrossenheit