Nachfolgend die Haushaltsrede für das Jahr 2026, verfasst von Alexander Uhrle, welcher aufgrund einer beruflichen Abwesenheit, von Ernst Holy vorgetragen wurde.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,
sehr geehrte Damen und Herren,diese Haushaltsrede ist in gewisser Weise eine besondere. Sie ist die letzte Haushaltsrede dieses Stadtrats vor Beginn einer neuen Wahlperiode. Die Bürgerinnen und Bürger haben einen neuen Stadtrat gewählt – mit neuen Gesichtern und sicherlich auch neuen Perspektiven.
Damit endet auch für einige Kolleginnen und Kollegen eine lange Zeit kommunalpolitischer Arbeit. Stellvertretend möchte ich hier zwei Namen nennen: Ernst Holy und Werner Stumpe. Beide haben über viele Jahre hinweg Verantwortung für unsere Stadt übernommen und die Arbeit dieses Gremiums geprägt. Dafür gebührt ihnen unser ausdrücklicher Dank und Respekt.
Der Haushalt 2026 wurde – wie schon in den vergangenen Jahren – intensiv, aber konstruktiv beraten. Die Diskussionen waren sachlich, verantwortungsbewusst und von dem gemeinsamen Ziel getragen, das Beste für unsere Stadt zu erreichen. Dafür möchte ich mich bei allen Fraktionen ausdrücklich bedanken.
Die finanziellen Rahmenbedingungen für Kommunen bleiben schwierig. Auch in Kaufbeuren spüren wir deutlich, dass viele Entwicklungen nicht mehr allein auf kommunaler Ebene beeinflusst werden können.
Ein Beispiel ist die Bezirksumlage, die einen erheblichen Teil unserer finanziellen Mittel bindet. Ein anderes Beispiel ist die Situation im Gesundheitswesen und bei unseren Kliniken. Entscheidungen über Strukturen, Finanzierung oder Reformen werden überwiegend auf Bundes- und Landesebene getroffen. Die Folgen dieser Entscheidungen treffen jedoch am Ende uns vor Ort – und damit auch unsere Bürgerinnen und Bürger.
Das ist eine Realität, mit der viele Kommunen umgehen müssen. Und genau deshalb ist es umso wichtiger, dass wir auf kommunaler Ebene verantwortungsvoll, wirtschaftlich und mit Augenmaß handeln.
Der Haushalt zeigt deutlich: Die Stadt Kaufbeuren investiert weiterhin erheblich in ihre Infrastruktur, in Bildung, in soziale Einrichtungen und in die Zukunft unserer Stadt. Gleichzeitig mussten wir auch in diesem Jahr wieder Prioritäten setzen.
Viele Maßnahmen konnten nicht im gewünschten Umfang umgesetzt werden. Projekte wurden verschoben, Vorhaben zurückgestellt oder Anpassungen vorgenommen. Das fällt niemandem leicht. Denn selbstverständlich wünschen wir uns alle, mehr investieren zu können und schneller voranzukommen.
Doch verantwortungsvolle Haushaltspolitik bedeutet auch, die finanziellen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und entsprechend zu handeln.
Neben den finanziellen Herausforderungen stehen wir auch vor strukturellen Aufgaben. Für uns als Kaufbeurer Initiative ist dabei besonders wichtig, dass wir unsere Verwaltung noch effizienter, wirtschaftlicher und moderner aufstellen.
Dazu gehört aus unserer Sicht vor allem ein konsequenter Abbau von Bürokratie. Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen erwarten zu Recht, dass Verfahren einfacher, schneller und transparenter werden.
Ein entscheidender Schlüssel dafür ist die Digitalisierung. Und zwar nicht nur nach außen, im Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch intern innerhalb der Verwaltung. Digitale Prozesse können Abläufe beschleunigen, Ressourcen besser nutzen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten.
Hier sehen wir eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre.
Bei allen Zahlen, Tabellen und Haushaltsansätzen dürfen wir aber eines nicht vergessen: Hinter diesem Haushalt stehen Menschen, die täglich dafür arbeiten, dass unsere Stadt funktioniert.
Deshalb gilt unser besonderer Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die die schwierige finanzielle Situation mittragen und gleichzeitig weiterhin hervorragende Arbeit für unsere Bürgerinnen und Bürger leisten.
Ein besonderer Dank geht auch an unseren Kämmerer Markus Pferner und sein Team. Sie haben den Stadtrat frühzeitig und offen über die finanzielle Situation informiert und mit großer Kompetenz durch die Haushaltsberatungen geführt.
Ebenso bedanken wir uns beim Oberbürgermeister für die konstruktive Zusammenarbeit und den offenen Austausch in vielen Fragen.
Und erlauben Sie mir noch einen weiteren, ganz wichtigen Dank auszusprechen: an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.
Wir erleben in Kaufbeuren zunehmend, dass Menschen Verantwortung übernehmen, Ideen einbringen und Dinge selbst in die Hand nehmen. Vereine, Initiativen, ehrenamtlich Engagierte – viele tragen dazu bei, unsere Stadt lebendig und lebenswert zu halten und unterstützen damit auch die Arbeit der Stadt.
Dieses Engagement verdient unsere große Anerkennung.
Kaufbeuren steht vor Herausforderungen, aber wir haben auch viele Stärken: eine engagierte Bürgerschaft, eine funktionierende Verwaltung, ein aktives Vereinsleben und einen Stadtrat, der trotz unterschiedlicher Meinungen gemeinsam Verantwortung übernimmt.
Mit diesem Haushalt setzen wir unseren Weg der verantwortungsvollen und nachhaltigen Finanzpolitik fort.
Die Kaufbeurer Initiative stimmt daher dem Haushalt 2026 mit seinen Anlagen zu.
Vielen Dank.

