Die diesjährige
Haushaltsrede ist deutlich geprägt von den finanziellen Unsicherheiten, welche
die Ausbreitung des Coronavirus für unseren städtischen Haushalt mit sich
bringt. Wir fahren wie im dichten Nebel auf Sicht und können nur hoffen, dass
für die wichtigsten Vorhaben die Finanzkraft ausreicht.
Durch
die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wird das öffentliche Leben lahmgelegt,
aber auch zahlreiche Unternehmen leiden erheblich darunter. Die Verluste der
Betriebe führen auch im städtischen Haushalt zu wegbrechenden Einnahmen, und
vor allem die Unsicherheit erfordert verantwortungsvolles Handeln.
Wir
müssen unbedingt die Ausbreitung des Coronavirus so verlangsamen, dass unser
Gesundheitssystem nicht überfordert wird. Darum sind die Maßnahmen der Bayer.
Staatsregierung richtig. Sie sind zwar hart aber notwendig.
An
dieser Stelle danken wir allen die die Versorgung und Sicherheit unserer
Bürgerinnen und Bürger sicherstellen. Sei es in den Krankenhäusern,
Lebensmittelgeschäften, Pflegediensten, Polizei, Feuerwehr, IT-ler, Müllabfuhr,
sämtliche Hilfsorganisationen sowie allen anderen Menschen, die sich im Kleinen
und Großen für die Gesellschaft einsetzen.
Sie alle sind aktuell die Helden unserer Stadt und unseres Landes.
Doch
nun einige Positionen die uns wichtig sind und für die wir uns auch unter den
aktuellen Bedingungen einsetzen werden:
Wir
setzen uns ein für Konzepte die das Wohnen und die Nahversorgung in unserer
Altstadt sichern. Dafür muss die Kommune Verfahren entwickeln und Prozesse in
Gang setzen, die über das bisherige Engagement deutlich hinausgehen. Ist es zum
Beispiel möglich, neben gezielten Förderprogrammen auch mit einer Änderung der Bauordnung die Kosten zu senken
und somit die Sanierung von Altstadtgebäuden
interessant zu machen?
Wir sind für eine wachsende Stadt. Wir setzten auf eine effiziente Verwendung unserer wenigen Flächen. Auf dem Gebiet unserer Stadt müssen wir deshalb verstärkt an die mehrgeschossige Nutzung von Grundflächen in der Tiefe wie in der Höhe diskutieren. Zudem müssen Anreize geschaffen werden die das Nutzen von Baulücken interessant machen.
Bei größeren Neubaugebieten wie z.B. beim Afraberg haben wir uns für feste Anteile an Sozialwohnungen eingesetzt und das werden wir auch in Zukunft tun. Wir brauchen Investitionen der Stadt im Wohnungsbau. Neue Baugebiete sind mit flächensparender Architektur zu planen und dem Angebot und der Nachfrage anzugleichen. Wir brauchen mehr familiengerechten Wohnraum.
Die
KI hat 2019 das Vernetzungs- und Umweltbildungskonzept eingebracht. Das gilt es
in Zusammenarbeit mit dem Landkreis zu verwirklichen. Alle vorhandenen und
neuen Bereiche sind auf ihre Klima- und Zukunftsfähigkeit hin zu prüfen,
besonders die Mobilität und Energie. Der von uns initiierte Umwelttag soll für
alle eine zusätzliche Motivation sein.
Es
ist uns bewusst, dass klima-und umweltfreundliches Verhalten teurer und auch
unbequemer sein kann als bisherige gewohnte Abläufe. Auf die Dauer gibt es aber
keine Alternative dazu.
Die Stadt Kaufbeuren investiert aktuell überdurchschnittlich hohe Beträge in den Bau und die Ausstattung von Schulen. Die größten Positionen sind momentan die Renovierungen des Brucker-Gymnasiums, der La-Roche-Realschule und der Gustav-Leutelt-Schule. Die ansteigenden Schülerzahlen, die Rückkehr zum 9-jährigen Gymnasium und der Trend zum längeren Schulbesuch addieren sich in ihrer Auswirkung zu den verstärkten Ausgaben für die Digitalisierung, insbesondere auch an der Berufsschule. Kaufbeuren bietet eine sehr vielfältige Schullandschaft, sie ist ein wichtiger Beitrag zur Attraktivität der Stadt für Familien. Leider bremst uns der dürftige Landeszuschuss von durchschnittlich 50% regelmäßig aus, aber alle Beteiligten werden das Prädikat Schulstadt auch künftig im Auge behalten.
Die Wohn-und Lebensqualität für Senioren in der Stadt Kaufbeuren ist uns wichtig. Die Selbstständigkeit ist möglichst zu erhalten. Unser besonderer Dank gilt allen Altenpflegerinnen und -pflegern die die häusliche Pflege, das betreute Wohnen, die Kurz- oder Intensivpflege möglich machen. Ebenso danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Senioreneinrichtungen.
Das Mehrgenerationenhaus ist ein gelungenes Beispiel für
eine gute Zusammenarbeit aller Generationen. Das Generationenhaus hat sich die
letzten Jahre immer mehr als „Knotenpunkt“ entwickelt.
Durch ein starkes Netzwerk bildeten sich viele
Kooperationen wie z. B. VHS, Stadtjugendring, Rotes Kreuz, Familienstützpunkte
und viele mehr auch mit städt. Einrichtungen. Besonders in der Vermittlung von
Ehrenamt hat sich die Freiwilligenagentur im Generationenhaus etabliert.
Aktuell unterstützt die Freiwilligenagentur „Knotenpunkt“ die Aktion Nachbarschaftshilfe
von Humedica beim Vermitteln von freiwilligen Helfern bei der „Coronakrise“. So
ist es auch zu verstehen, dass das Generationenhaus mit seinen vielfältigen
Angeboten mehr Platz benötigt und besser erreichbar sein möchte. Deswegen
fordern wir eine räumliche Verbesserung.
Zum Schluss danke ich unserem
Kämmerer H. Pferner mit seinem Team für die Haushaltsaufstellung. Es kommen mit
Sicherheit keine einfachen Zeiten auf die Kämmerei zu. Ebenso danke ich allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den einzelnen Ämtern der Stadtverwaltung
für die durchgängige Budgetdisziplin bei der Erstellung des Haushaltshaltsplanes 2020.
Die Kaufbeurer Initiative
stimmt dem Haushalt 2020 mit seinen Anlagen zu.
Ernst Holy